Blick auf das Innere einer barocken Kirche mit kunstvollen Deckenfresken, während eine Person an einer großen Orgel spielt.

Presse-FeatureDem Himmel so nah

von Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg
Kunstgenuss an der Oberschwäbischen Barockstraße – zu Besuch in der ehemaligen Benediktiner-Reichsabtei Ochsenhausen

Barocke Klangwelten, Klostergeschichte und himmlische Ausblicke in Ochsenhausen

Thomas Fischer spielt und die Töne steigen die weißen Stuckwände hinab bis zum Altar, fließen über die Bänke und berühren die Herzen der Zuhörerinnen. Die sehen ganz klein aus in dem 80 Meter langen, riesigen Kirchenschiff. Der Kirchenmusiker sitzt weit oben in der Klosterkirche St. Georg in Ochsenhausen am Spieltisch und seine Finger fliegen über die Tasten der vier Manuale. Die Aussicht ist einzigartig: Fischer schaut zum Altar und kann das Stuckwerk und die barocken Deckengemälde bewundern, die Geschichten aus dem einstigen Klosterleben in Ochsenhausen erzählen. Es fühlt sich durchaus so an, als ob man hier dem Himmel ein Stückchen näher ist. Und auch die Töne, die der Kirchenmusiker der berühmten Orgel entlockt, klingen fast überirdisch. Joseph Gabler hat die Orgel von 1728 bis 1734 für seinen Heimatort Ochsenhausen in der Region Oberschwaben-Allgäu gebaut, zu einer Zeit, in der die ursprünglich gotische Kirche barockisiert wurde. Thomas Fischer sagt über ihn: „Gabler war nicht nur Orgel­bauer, sondern auch Fantast. Er hat Orgeln gebaut, die sich perfekt in den Raum einfügen, egal wie schwierig das vor Ort im einzelnen Fall war. Einfache Lösungen haben diesen Menschen nicht interessiert.“ Das Instrument mit dem frei stehenden Spieltisch wirkt wie eine barocke Theaterkulisse. Ein ganzes Orchester aus weißen, goldigen Engeln ist rund um die Pfeifen platziert. Die Gabler-Orgel sieht aber nicht nur gut aus, auch ihr Klang ist besonders. Der Organist schwärmt: „Dieses Instrument bietet eine große Palette an Klangfarben, insbesondere die Streicher- und Flötenregister sind in allen Schattierungen vorhanden. Fast könnte man von barockem Überfluss sprechen. Die hervorragende Akustik der Basilika unterstützt diesen klanglichen Kosmos zusätzlich.“ Zuhören kann man den Klängen beim sonntäglichen Gottesdienst oder zu besonderen Anlässen wie dem Orgelsommer.

Jungen Musikern beim Proben lauschen

Nicht nur in der Klosterkirche, auch in der ehemaligen Reichsabtei der Benediktiner, spielt Musik eine wichtige Rolle. Dort ist nämlich seit 40 Jahren die Landesmusikakademie untergebracht. Wenn man im Rahmen einer Führung durch den barocken Prachtbau spaziert, kann man still und heimlich jungen Musikern beim Üben zuhören. Das klingt mal zart nach Streichern hinter den Türen der Probenräume – und dann wieder schmissig, wenn Pauken und Trompeten die Flure fast zum Vibrieren bringen. Mittags kommen die Musiker, Lehrkräfte und die Mitarbeitenden der Landesmusikakademie im vielleicht schönsten Speisesaal des Landes zusammen. Man isst dort unter Fresken. Aber wieso eigentlich fürstlich? Ist das nicht ein Kloster? Bibliothekar und Guide Andreas Kreißig erklärt, dass die ehemalige Benediktiner-Reichsabtei sich einst politisch selbst verwaltet hat. Der Abt war also auch Landesherr und Fürst. Neben der Bibliothek mit ihren wertvollen alten Büchern faszinieren Andreas Kreißig die barocken Details in dem Prachtbau. Die illusionistisch gemalten Fresken über der Fischertreppe zum Beispiel, die ein erstaunliches Gefühl von räumlicher Tiefe vermitteln. Der in die Holzdecke geschnitzte Jesus am Kreuz, der im Vorraum der Prälatur darauf hinweist, dass am Ende trotz weltlicher Macht nur der Glaube zählt. Oder der Mönch auf dem Deckengemälde in der Bibliothek, der das Fernrohr falsch herum hält – ein Auch außen erhielt die gotische Klosterkirche ein barockes Kleid Pausen-Brücklein am Krummbach in Ochsenhausen Fingerzeig, dass man durch die Wissenschaft keine letzten Wahrheiten erkennen kann. Das Kloster Ochsenhausen ist dabei nur ein Schatz von vielen an der Oberschwäbischen Barockstraße, die dieses Jahr 60-jähriges Jubiläum feiert. Wer mit einem Guide wie Andreas Kreißig unterwegs ist, der unternimmt eine Zeitreise in jene spannende Zeit, als der Dreißigjährige Krieg den Menschen noch im Gedächtnis war. Seine Schrecken prägten die Themen: Genuss, Lebensfreude und Prunk stehen im Barock oft in einem harten Kontrast zum Bewusstsein, dass alles vergänglich – oder wie man damals sagte – eitel ist. Vielleicht machen gerade diese Gegensätze die Faszination jener Epoche aus, die so viele Spuren in Oberschwaben hinterlassen hat. Kunstinteressierte können hier staunen und schwelgen.In Ochsenhausen führen manche Klostertouren sogar auf den Dachboden. Die Benediktinermönche forschten nämlich auch und bauten sich dafür eine Sternwarte. Interes- sant, wie man damals Himmelskörper beobachtete. Andreas Kreißig erklärt, dass die Mönche über ein Fernrohr mit zehnfacher Vergrößerung durch eine Luke im Kuppeldach schauten. Und die Sterne auf der anderen Seite? Für sie drehte man das Dach samt Guckloch einfach – es war auf einem Zahnkranz montiert. Das geht schon lange nicht mehr. Wer heute dem Himmel ein Stückchen näher sein möchte, der lauscht den Orgeltönen in der Klosterkirche, bewundert die barocke Kunst oder spaziert am lauschigen Krummbach entlang, der einst das Kloster mit Wasser versorgte. In dem Wäldchen haben früher die Mönche meditiert. Still ist es dort auch heute noch. Und der Bach ist an heißen Tagen eine himmlisch schöne Abkühlung für die Füße.
Mehr Infos zum Kloster unter kloster-ochsenhausen.de und zur Urlaubsregion unter oberschwaben-tourismus.de

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Sannah Mattes

Stellvertretende Pressesprecherin | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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